Wer Retention in seinem Employer Branding vernachlässigt, recruited zweimal. Dem Personalmarketing muss eine Doppelrolle eingeräumt werden – und damit die Perspektiven der Belegschaft unmittelbar verinnerlichen Annette Raschke, Agentur- und Marketingleiterin und Anna Moormann, Key Account Managerin der index Internet- und Mediaforschung GmbH erzählen im Blog welche Herausforderungen und Chancen derzeit im Personalmarketing bestehen und wie Kampagnen entstehen, die aufmerksamkeitsstark, respektvoll und glaubwürdig sind – nach innen und nach außen. Zu den Projekten der index Agentur zählen Arbeiten für mehrere Auftraggeber, etwa die psychiatrischen Kliniken des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Kliniken des Bezirks Oberbayern (kbo) und die Vitos Kliniken in Hessen, darunter auch eine preisgekrönte Kampagne.

Das neue White Paper Gesunde Arbeitgebermarken im Krankenhaus- und Klinikbereich
Retention vs. Recruiting
Das Gesundheitswesen zeigt eine Realität, die mittlerweile auch für viele andere Branchen gilt. Der Fachkräftemangel ist längst keine abstrakte Statistik mehr. Er ist Alltag. Auf Station, in der Notaufnahme, in der Pflege, in Funktionsbereichen, im therapeutischen Team, im ärztlichen Dienst. Wenn Stellen unbesetzt bleiben, entsteht Druck. Für Teams, für Führung, für die Versorgung. Im Gesundheitswesen zeigt sich der Fachkräftemangel in seinen drastischsten Facetten.
Wir suchen Fachkräfte, die bleiben.
Die Frage bleibt, wie lange bzw. welche Folgen es hat andere wichtige Aspekte zu vernachlässigen. Natürlich bleibt Recruiting wichtig. Aber wer heute nur auf dieses Thema schaut, übersieht die teuerste Baustelle im Personalmarketing. Denn die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr nur: Wie gewinnen wir neue Mitarbeitende. Sondern: Warum bleiben gute Menschen, und warum gehen sie. Retention ist kein HR-Nebenprojekt. Retention ist Strategie und ein Kulturthema, bevor sie eine Maßnahme wird.
Recruiting wie verrückt, Fluktuation wie geplant?
Viele Organisationen starten Retention mit dem naheliegendsten Reflex: mehr Benefits, mehr Programme, mehr Wellbeing. Das kann sinnvoll sein. Es löst aber selten das Grundproblem.
Denn Mitarbeitende verlassen Kliniken und Pflegeeinrichtungen nicht, weil das Obstangebot fehlt. Sie gehen, wenn Erwartungen und Realität auseinanderdriften. Wenn Dienstpläne dauerhaft auf Kante genäht sind. Wenn Pausen nicht funktionieren. Wenn Übergaben chaotisch werden. Wenn Führung nicht trägt. Oder wenn der Ton im Team kippt.
Recruiting bringt sie rein, der Alltag treibt sie raus
Was nach außen als Arbeitgeberversprechen kommuniziert wird, muss innen erlebbar sein. Sonst entsteht kein Vertrauen, sondern ein Bruch. Und Brüche kosten. Motivation, Bindung, Stabilität. Und im Gesundheitswesen oft auch die Kraft, überhaupt noch im Beruf zu bleiben.
Retention bedeutet deshalb vor allem: Wirklichkeit ernst nehmen.
Oft übersehen: Die stille Fluktuation
Wenn Mitarbeitende kündigen, sieht man es. Wenn sie innerlich kündigen, nicht.
Viele Einrichtungen erleben weniger laute Abgänge, dafür stille Erosion. Menschen bleiben, springen ein, übernehmen Schichten. Und sind trotzdem nicht mehr...