Die beiden Recruiting-Expertinnen Agnes Koller und Julia Hauska gewähren uns hier einen Einblick in die Best Recruiters-Studien, für die sie Jahr für Jahr das Datenmaterial der etwa 1300 umsatz-und mitarbeiterstärksten Unternehmen im DACH-Raum analysieren. Warum entscheiden sich Kandidaten und Kandidatinnen für explizit eine Stellenanzeige? Wie können Unternehmen ihre Anzeigen attraktiver gestalten? Auf diese und weitere Fragen geben Agnes Koller und Julia Hauska wissenschaftlich fundierte Antworten. Agnes Koller ist Head of Scientific Research bei career Institut & Verlag und lehrt Recruiting im HRM-Masterstudiengang der FH Burgenland. Julia Hauska ist Geschäftsleiterin der B2B Insider GmbH und Veranstalterin von Online-Kongressen zu den Themen HR und Marketing.
Unsere zwei heutigen Gäste wissen wie kaum ein anderer, wie Bewerber und Bewerberinnen und Unternehmen via Stellenanzeige nicht selten aneinander vorbeikommunizieren. Seit vielen Jahren zeichnen Agnes Koller und Julia Hauska für die Best Recruiters-Studie verantwortlich. Die Stellenanzeige ist dabei zu einem ihrer Schlüsselthemen geworden. Welche Rolle spielt beim Bewerbungsprozess nicht nur der Kopf, sondern auch der Bauch? Wie gehen Recruiter an die Kandidatensuche heran? „Das ist eine total spannende Geschichte“, sagt Agnes Koller, „wir wollen es einfach ganz genau wissen und das Thema in der Tiefe erforschen“.
Im Rahmen einer kürzlich durchgeführten Studie legten sie Probanden und Probandinnen zwei nahezu identische Stellenanzeigen vor. Eine mit einem persönlichen Ansprechpartner oder einer persönlichen Ansprechpartnerin, die andere ohne. „Das Ergebnis an sich war gar nicht so überraschend“, sagt Agnes Koller. Denn die meisten Probanden und Probandinnen entschieden sich intuitiv für die Anzeige mit der namentlich erwähnten Ansprechperson. „Aber dass sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Talent für eine Stellenanzeige entscheidet, gleich um bis zu 75 Prozent erhöht, wenn ein Ansprechpartner angegeben ist, das hat mich schon überrascht.“
Ein konkreter Ansprechpartner oder eine konkrete Ansprechpartnerin mit Foto und vielleicht sogar seinen/ ihren Social-Media-Accounts, vermittele ein Gefühl der Sicherheit, sagt Agnes Koller. Bei potentiellen Bewerbern käme die Botschaft an, „hier ist der Kommunikationskanal offen, und das sorgt für ein attraktives Bild des Unternehmens“. Agnes...

