41 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen KI, weitere 48 Prozent planen es. Eine Strategie dafür haben 21 Prozent. So steht es in der Bitkom-Studie 2026. Die Lücke dazwischen ist kein Technikproblem. Die DIHK hat in ihrer Digitalisierungsumfrage 2026 fast 5.000 Unternehmen gefragt, woran es hakt. Antwort: Zeitmangel (63 Prozent) und fehlende interne Expertise (53 Prozent).
Übersetzt heißt das: Alle probieren, niemand hat den Hut auf.
Ich bekomme fast täglich dieselbe Frage: „Wo können wir KI in unseren Prozess einbauen?“ Und meine Antwort ist jedes Mal die gleiche. Wenn du so anfängst, bekommst du keinen besseren Prozess. Du bekommst denselben Prozess, nur schneller. Wenn er vorher Chaos war, ist es danach schnelleres Chaos.
Eine KI-Strategie ist deshalb so schwer, weil die meisten sie als Toolfrage behandeln. Welches Tool, welcher Anbieter, welcher Kurs. Das ist die falsche Ebene. Strategie heißt: entscheiden, was wir erreichen wollen, was wir dafür ändern und wer das verantwortet. Dafür brauchst du kein Budgetprojekt. Du brauchst ein paar Fragen in der richtigen Reihenfolge.
Schritt 1: Leeres Blatt statt Ist-Prozess
Zwanzig Jahre lang haben wir Recruiting-Prozesse für Menschen gebaut, die vor Softwaremasken sitzen. Bewerbung lesen, Daten übertragen, entscheiden, passende Stelle suchen, Wiedervorlage setzen, Mail schreiben. Jeder Schritt ergab Sinn, weil ein Mensch ihn machen musste.
Jetzt kleben viele die KI an genau diese Schritte. Die KI liest die Bewerbung, der Mensch überträgt trotzdem.
Die bessere Frage: Wenn wir heute neu gründen würden, mit allem, was technisch geht, wie würden wir arbeiten? Und vom Ende her denken: Was soll am Schluss stehen? Ein besetzter Job, ein zufriedener Kunde, ein...
