Bastian Stolz, Recruiter bei der Lechwerke AG, zeigt: Eignungsdiagnostik ist kein trockenes Thema, sondern die Grundlage für valide und faire Personalauswahl. Ziel ist es, den „Perfect Fit“ zu finden – also die richtige Person zur richtigen Zeit auf der richtigen Stelle.
1. Kompetenz sichtbar machen – Verhalten statt Schlagworte
Anstatt einfach zu fragen „Sind Sie durchsetzungsfähig?“, sollte man Verhalten abfragen: „Schildern Sie eine Situation, in der Sie Ihren Standpunkt vertreten mussten.“ So wird Kompetenz messbar und realitätsnah.
2. Vergleichsfehler vermeiden – Fokus aufs Anforderungsprofil
Kandidaten sollten nicht miteinander, sondern immer mit dem Anforderungsprofil verglichen werden. Nur so wird die Auswahl objektiv und wirklich eignungsdiagnostisch sauber.
3. Teamfit ja – aber mit Vielfalt
Neben der Passung zur Rolle zählt auch die Teamkompatibilität. Wichtig: Unterschiedliche Charaktere und Perspektiven machen Teams stärker – Diversität ist kein Risiko, sondern ein Erfolgsfaktor.
4. Keine Stressfragen, keine Solo-Interviews
Nie allein ins Interview gehen! Zwei Perspektiven (Recruiter + Führungskraft) helfen, Biases zu vermeiden. Und: Stressfragen sind kontraproduktiv – sie erhöhen den Druck und verhindern authentisches Verhalten.
5. Bias-Bewusstsein schaffen
Jeder hat Wahrnehmungsverzerrungen – z. B. den Halo-Effekt („Sympathie überstrahlt alles“). Bewusstsein und Reflexion helfen, diese Einflüsse zu minimieren und fairere Entscheidungen zu treffen.
6. Wunsch für die Zukunft
Mehr Mut zur Wissenschaft: Bastian wünscht sich, dass das „Science-Practitioner-Gap“ kleiner wird – also Forschung und Praxis stärker zusammenarbeiten, um Recruiting professioneller und menschlicher zu gestalten.