Sie haben in ihren Unternehmen Innovationen für Recruiting und Employer Branding angestoßen und ein Zeichen gesetzt. Sie inspirieren den Markt durch Beiträge in Social Media oder im Rahmen von Kongressen und Konferenzen. Sie stoßen Initiativen an, die die Branche zusammenbringen, und geben wichtige Anregungen. Das TALENTpro-Magazin hat die HR-Szene durchforstet, um Impulsgeber:innen zu identifizieren und für ihr Engagement zu würdigen.

Otto, Vorständin Service & HR
© Katy Roewer Otto
Wenn es um Vereinbarkeit von Top-Management und Familie geht, denkt man vermutlich zuerst an sie. Roewer übt ihren Job in Teilzeit aus. Nicht leicht, wenn man Chefin von mehreren tausend Menschen ist und zu gewissen Zeiten nicht im Büro anwesend sein kann. Denn üblicherweise gilt ja im Vorstandsbereich die ungeschriebene Regel, 40 Stunden pro Woche offiziell zu arbeiten und weitere 40, um den Posten komplett auszufüllen. Das ist bei Roewer mit der 80-Prozent-Stelle sicher anders. Früh ins Büro kommen, viele Meetings und Dienstreisen absolvieren und abends als letzte gehen, das klappt nicht, wenn man gleichzeitig praktizierende Mutter sein möchte. Roewer wollte zeigen, dass eine solche verantwortungsvolle Rolle auch in diesem Arbeitszeitmodell machbar ist und genug Zeit bleibt, ihre Themen Future Work, Vielfalt, Gleichberechtigung und Frauen in Führung voranzubringen. Das schafft sie, auch wenn sie anfangs bestimmt gegen einige Widerstände kämpfen musste.

Deutsche Bahn, Head of Talent Acquisition Global Executive Search &
Graduates / Diversityrecruiting
© Franziska Manck, Deutsche Bahn
Sie ist sicherlich einer der Gründe dafür, warum in der Branche immer wieder zu hören ist: „HR, das kann die Deutsche Bahn“. Franziska Manck gilt als Herzblutpersonalerin. Sie ist Treiberin von diversen Projekten und Kampagnen, um Frauen sichtbarer zu machen und das Diversityrecruiting mit Leben zu füllen. Darunter auch die Kampagne #wirsindin, die DB-Mitarbeiterinnen als Role Models intern und extern sichtbar macht. Oder der DB Weltfrauenmonat, bei dem sich die DB bei Frauen beworben und als „Deutschlands größte Bewerbung“ für Aufmerksamkeit gesorgt hat. So wurde zum Beispiel der „Female ICE“, ein extra gebrandeter Zug, der von München nach Berlin fuhr, vom Netzwerk „Frauen bei der Bahn“ initiiert, um mehr DB-Frauen und ihre Jobs sichtbar zu machen. Von der Lokführerin bis zur Zugchefin – es waren ausschließlich Frauen für den extra gebrandeten Zug verantwortlich. Manck ist ein echtes „Bahn“-Gewächs. Sie stieg nach ihrem Studium der Politikwissenschaft in Barcelona und Potsdam als Trainee ein und hat sich dort den Ruf als Macherin und Überzeugungstäterin erarbeitet. Dabei transportiert Manck ihre Themen nicht nur innerhalb der DB, sondern teilt ihr Wissen auch in Fachvorträgen mit der Community

Siemens, Expert for P&O IT Solutions
© Daniel Mühlbauer, Siemens
Die Bude ist voll, als Daniel Mühlbauer bei der TALENTpro 2023 auf das Podium klettert, um über das Thema Künstliche Intelligenz im HRBereich zu referieren. Literally. Denn um das Forum herum standen oder saßen auf dem Boden noch einmal doppelt so viele Zuhörer:innen, als auf den Stühlen Platz gefunden hatten. Daniel Mühlbauer ist prominent und das hat seinen Grund. Denn nicht nur auf Konferenzen, in Artikeln in Fachmedien, Blogbeiträgen oder in Social Media trommelt „Datadan“, der im Hauptberuf Expert for P&O IT Solutions bei Siemens ist,...